Treptown Visions

billboard in public space, Treptow, Berlin, 2019
4m50 x 5m

Ansätze zur modernen Wohnraumgestaltung fanden hier in den 2030er Jahren statt, als der „Club-Adel“- also diejenigen, die sich zwischen den 1990ern und 2030ern in der goldenen, rauschenden Ära diverser Taxiunternehmen eine goldene Nase verdient hatten, ihr Geld und ihren Einfluss nutzten, um hier ehrgeizige Projekte zu starten: Günstig sollte das Wohnen sein, klimaneutral, den Gemeinsinn fördernd- erweiternd… Im Laufe der nächsten sechs Dekaden wuchsen die Bauwerke scheinbar organisch weiter. Der bauliche Fortschritt war jedoch durchaus geplant- das sogenannte „Nold´sche Prinzip“ tritt hier deutlich zum Vorschein.

Text: Sebastian Dessecker

Zukunftsarchitektur: Intervention im öffentlichen Raum Berlin, 2019

Drei Bebauungsankündigungen standen am Moritzplatz, am Mariannenplatz sowie dem Arena Areal. Diese ähnelten formal den omnipräsenten Ankündigungsschildern von Bauprojekten, werben jedoch für imaginäre, futuristisch-groteske Bauprojekte, die es nicht gibt.

Die Schilder sorgten für Irritationen, wenn auch die letzte Freifläche vermeintlich mit neuem Absurdem bebaut werden soll. Gleichzeitig werden jedoch auch Ideen und Wünsche an Bauvorhaben der heutigen Zeit im Zuge der radikalen und unambitionierten Bebauung Berlins visualisiert. Eine Telefonnummer verspricht die Möglichkeit, die Immobilien provisionsfrei zu reservieren. Im Verlauf des Projektes haben über 200 Anrufer aus aller Welt angefragt, Eigentum zu erwerben.

Zukunftsarchitektur ist Teil des Projektes Zukunftsland 2099 https://www.galeriefutura.de/zukunftsland-2099

Unterstützt mit Mitteln der Projektförderung des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg und durch den FriXfonds – künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum.