Agora/ Feldstärke international

24. – 31. Januar 2010, PACT Zollverein, Essen

Das erste Treffen von AGORA 2010 / Feldstärke International fand im Rahmen von tanzplan essen 2010 statt und lud die Studierenden in die Metropole Ruhr ein. Nach einem intensiven Kennenlernmarathon, einer dezidierten Einführung und kleinen geführten Touren durch die Region im Jahr der Kulturhauptstadt RUHR.2010 durchstreiften sie in kleinen interdisziplinären Arbeitsgruppen, mit gesellschaftlichen, urbanen und künstlerischen Fragestellungen im Gepäck, auf eigenen Pfaden eine Woche lang die Umgebung. Dabei wurden Techniken und Methoden, Formensprachen und Grenzen geprüft, ausgetauscht, verworfen und völlig neu wieder zusammengesetzt. Vor dem Hintergrund der schneebedeckten Industrielandschaft fand ein Nachdenken statt über die Geschichte von Orten, ihre Einbindung in die Gegenwart, das Schaffen von öffentlichem Bewusstsein für sie und eine Identifizierung mit ihnen. Es entstanden Karten der Gefühle, Tänze nach geographischen Skizzen, Performances, die Gefundenes und Vergessenes wieder erklingen lassen, Videos über die Flüchtigkeit künstlerischen Aufeinandertreffens und Tuns. Diese Skizzen der Arbeitsprozesse wurden am Ende einer interessierten Öffentlichkeit vorgestellt." Source: http://www.pact-zollverein.de/plattformen/feldstaerke/agora-2010-feldstaerke-international

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Essen – PACT Zollverein 24.-31. Januar 2010
Team: Akin BAYGIN ( Film / Multimedia ), Jean Louis Toussaint (bildende Kunst), Dorothea Nold (Skulptur ), Madjid Tahiri (Musik/ Komposition), Jonathan Zwaenepoel (Musik / Komposition ), Mohamad Javad Abbasi Kouhenjani (Performance/ Choreographie ), Louise Wagner ( Performance / Choreographie)

Im Januar 2010 hat eine international besetzte Gruppe junger Künstler/innen das verschneite ehemalige Zeche-Gelände, zu dem das Pact Zollverein - Gebäude einst gehörte, einer einwöchigen Recherche unterzogen, um das Potential dieses Ortes für künstlerische Zwecke zu erkunden.

In einem Silentwalk wurden die performativen und akustischen Aspekte des ungewöhnlichen Geländes erforscht und die Gruppenkonstellation ausgelotet. Diese Wanderung wurde von Akin Baygin filmisch festgehalten. Unsere Ergebnisse und Eindrücke wurden dann zusammengefaßt und in Form einer Installationsperformance in einen Innenraum des Pact Zollvereins übertragen.

Diese Installationsperformance war in drei Phasen unterteilt: In der ersten, der Ausstellungsphase, konnte man einen Raum betreten, in dem zwei Gipsflächen von 2 x 8m aufgestellt waren. Auf eine der Gipsflächen wurden die Filmaufnahmen unserer Wanderung von oben in einem loop projiziert.

In der zweiten, der Performance-Phase, wurde die Zerbrechlichkeit der Flächen in Form einer strukturierten Improvisation untersucht. Eine Verbindung entstand zwischen den Musikern und den Performern, die sich, von performativen Elementen und Erinnerungen aus unserer Wanderung inspiriert, zu einer eigenständigen Form entwickelte. Die Musik setzte sich aus elektronischen Einspielungen zusammen wie z.B. dem Rhythmus unserer Schritte im Schnee, aus unmittelbaren Geräuschen, wie sie beim Auftreten auf die Gipsflächen entstehen und aus den Tönen verschiedener, live gespielter Blasinstrumente. Die Performance auf der Gipsfläche wurde von oben aufgenommen und zeitgleich auf eine gegenüberliegende Wand projiziert. Die Zuschauer, die rund um die Installation Platz genommen hatten, konnten das Geschehen aus zwei Perspektiven verfolgen - der realen und der Vogelperspektive. In der dritten Phase, nach der Performance, wurde die Ausstellungssituation wiederhergestellt. Das Video aus der ersten Ausstellungsphase wurde auf die zerbrochene Gipsfläche projektiert.

Eine neue Sinn-Ebene war entstanden, die unsere experimentellen Erfahrungen bündelte und ästhetisch verwandelte: die Arbeit in einer interdisziplinären Gruppe und die gemeinsame Erforschung und künstlerische Aneignung einer unbekannten Landschaft.

Text: Louise Wagner


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